Smartwatches sind längst mehr als digitale Uhren mit Schrittzähler. Trotzdem lohnt sich vor dem Kauf ein genauer Blick darauf, was ein Modell tatsächlich leistet, denn die Bandbreite reicht von einfachen Fitnesstrackern bis zu vollwertigen Smartphone-Begleitern am Handgelenk.
Im Alltag am wichtigsten ist meist die Benachrichtigungsfunktion: Eingehende Anrufe, WhatsApp-Nachrichten oder Kalendertermine erscheinen direkt auf dem Display, sodass das Smartphone in Besprechungen oder beim Sport in der Tasche bleiben kann. Wichtig dabei ist die Kompatibilität, denn nicht jede Uhr spricht mit jedem Betriebssystem gleich gut: Wer ein Android-Smartphone nutzt, bekommt bei den meisten Modellen den vollen Funktionsumfang inklusive Antworten auf Nachrichten direkt von der Uhr aus, während iPhone-Nutzer bei manchen Android-nahen Modellen nur eingeschränkte Rückmeldefunktionen haben.
Für alle, die regelmäßig Sport treiben, zählt vor allem die Sensorik. Ein optischer Pulssensor am Handgelenk misst die Herzfrequenz kontinuierlich, ein GPS-Modul zeichnet Laufstrecken auch ohne gekoppeltes Smartphone auf, und ein Beschleunigungssensor erkennt automatisch, ob gerade gelaufen, geschwommen oder Rad gefahren wird. Bei der Wasserdichtigkeit lohnt der Blick auf die Zertifizierung: Eine Angabe wie 5 ATM bedeutet, dass die Uhr Wasserdruck bis etwa 50 Meter Tiefe standhält, was für Schwimmen im Freibad reicht, für Gerätetauchen aber nicht ausgelegt ist.
Ein Punkt, der im Ladengeschäft oft übersehen wird, ist die Akkulaufzeit im tatsächlichen Gebrauch. Modelle mit klassischem Farbdisplay und Always-on-Anzeige kommen häufig auf ein bis zwei Tage pro Ladung, während einfachere Fitnessarmbänder mit reduziertem Funktionsumfang zwei bis drei Wochen durchhalten. Wer die Uhr also eher als reinen Schrittzähler nutzt und ungern täglich ans Ladekabel muss, ist mit einem schlankeren Modell oft besser bedient als mit der Variante mit dem größten Funktionsumfang.
Auch beim Zubehör steckt der Nutzen im Detail. Ein zusätzliches Ladekabel für den Schreibtisch im Büro verhindert, dass die Uhr über Nacht leer bleibt, weil das einzige Kabel zu Hause liegt. Wechselarmbänder aus Silikon eignen sich für Sport und Schwimmbad, während ein Lederarmband dieselbe Uhr am Abend bürotauglich macht, ganz ohne zweites Gerät kaufen zu müssen. Bei empfindlichen Displays schützt zusätzlich eine dünne Schutzfolie vor den ersten Kratzern durch Türrahmen oder Schreibtischkanten, die im Alltag erstaunlich oft vorkommen.
Am Ende lohnt sich die Kaufentscheidung vor allem dann, wenn man vorher ehrlich abwägt, wofür die Uhr wirklich genutzt wird: als Trainingscomputer für den nächsten Halbmarathon, als praktischer Benachrichtigungsfilter im Büroalltag oder als Ersatz fürs Smartphone beim Joggen ganz ohne Tasche am Körper. Für jeden dieser Fälle gibt es das passende Modell, und selten ist es dasselbe.